Rekord C / Car-A-Van aus F – Restauration Ende? Unbekannt

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duc916
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Rekord C / Car-A-Van aus F – Restauration Ende? Unbekannt

Beitrag von duc916 » 22.08.2014, 16:24

Unter demselben Titel habe ich kürzlich meinen Neuzugang vorgestellt. Mittlerweile konnte ich mir den Wagen näher ansehen. Nachfolgend ein Bericht - für Lesemuffel auch Fotos.

Am 11.07.2014 hat in ebay ein Caravan in zederngrün mit durchgehender Sitzbank auf sich aufmerksam gemacht:

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Weil ich schon lange geliebäugelt hatte, war ich Feuer und Flamme. Das Fahrzeug war ehrlich beschrieben und hat vom Budget her gepasst. Also gleich eine Besichtigung mit dem Verkäufer für den Folgetag vereinbart. Während der Besichtigung hat es leider geregnet:

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Auf eine Inspektion von unter habe ich somit verzichtet. Bis auf Kleinigkeiten war der Caravan komplett. Motor ließ sich drehen. Die Bremsen waren nach langer Standzeit ohne Wirkung, lediglich die Stock-Handbremse hat noch ansatzweise funktioniert. Ansonsten innen und außen jede Menge Potential für Reinigungsarbeiten und optische Aufwertungen (das sind für mich willkommene Tätigkeiten: sie kosten wenig und man sieht schnell Fortschritt 8) . Ich habe das Objekt der Begierde noch am selben Wochenende gekauft und die Anlieferung für die Woche darauf vereinbart.

Leider gibt es bis jetzt wenig Infos zur Herkunft: nach Verkäuferangaben ist das Auto die letzten 24 Jahre in einer Scheune in Frankreich gestanden (plausibel wegen dem Versicherungsnachweis hinter der Frontscheibe) und hat zuvor in einem landwirtschaftlichen Betrieb seine Dienste geleistet. Es soll sich um ein 68iger Baujahr mit 1,7 S Motor handeln. Hierzu weiter unten noch ein paar Anmerkungen.

Gem. Kennzeichen war das KFZ zuletzt im Département Somme im Norden Frankreichs zugelassen. Die sog. Carte Grise (wie bei uns Fahrzeugbrief) sollte vom französischen Händler an den deutschen Händlerkollegen geschickt werden. Unverständlicherweise sind die Papiere beim Deutschen Zoll hängen geblieben. Der einzige Hinweis zu den Papieren ist im Moment eine Tracking-Nummer der deutschen Post, die besagt, dass die Sendung am 07.07.2014 im Logistikzentrum in Frankfurt angekommen sei. Auf Nachfrage bei der Post wurde berichtet, dass die Sendung vom Zoll abgegriffen wurde. Scheinbar eine totale Ausnahme…Ich gebe die Hoffnung nicht auf, das Dokument noch zu bekommen.

Am Tag der Anlieferung war erst mal kennen lernen angesagt: freuen, wundern, zur Kenntnis nehmen, testen… und Strategie entwickeln. Der grobe Plan war: Motor muss sauber laufen, Bremsen richten, Fahrwerk, Karosserie, Innenraum – in dieser Reihenfolge.

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Was seither passiert ist:

An einem schönen Samstag hatte ich Zeit, mich näher mit dem Car-A-Van zu beschäftigen. Aber dann kam die Frage: wo anfangen? Ich dachte, neues Öl ist nicht verkehrt. Doch dazu hätte man Ölfilter und Ablasschraube finden sollen. Beide waren unter einem dicken Staub-Schmutz-Schutzmantel gut versteckt.
Also raus mit dem Gefährt aus dem Carport und erst mal den Kärcher seine Arbeit machen lassen. Die Menge Sand, Lehm, Schmutz, die durch die Unterbodenwäsche zutage gefördert wurde, macht den früheren Einsatz in einem landwirtschaftlichen Bereich durchaus plausibel.
Nach dem unten rum der grobe Schmodder weg war, habe ich dem Motor neues Öl und einen neuen Filter spendiert. Außerdem den alten Sprit abgezogen und 5l Super + eingefüllt.
Nach Reinigungsarbeiten an Vergaser, Kerzen, Zündkabel usw. wollte ich mich nicht länger auf die Folter spannen...der Motor musste gestartet werden.

Die Anspannung war immens: Choke gezogen (natürlich vorher den Zug geölt) Schlüssel gedreht und georgelt (bis Sprit zum Vergaser kam) und Motor ist angesprungen -> ein erhebendes Gefühl :roll:.
Für mich als Laien war das Laufgeräusch „normal“ und „rund“. Somit hat nichts gegen eine kurze Probefahrt aus dem Carport und zurück gesprochen (mit Lenkradschaltung, was für mich eine Premiere war). Die Kupplung kam relativ spät – evtl. lässt sich noch was einstellen. Das Getriebe hat sich sauber durchschalten lassen.

Als nächsten Schritt wollte ich Vergaser zerlegen / reinigen, Verteilerkappe / Zündkabel, Unterbrecherkontakt erneuern, Unterdruckschlauch Verteiler-Vergaser ersetzten usw., wurde jedoch ausgebremst:
Nach der Hochdruck-Unterbodenreinigungsaktion sind mir allerdings feuchte Stellen im Fahrer- und Beifahrerfußraum aufgefallen, die partout nicht trocknen wollten.

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Aus Neugier habe ich die Einstiegsleiste auf der Fahrerseite entfernt, den Teppich etwas zur Seite gezogen und siehe da, ein Loch ist im „Eimer“ :-/. Es sei noch mal darauf hingewiesen, dass der Boden von unten keine Anzeichen von Löchern gezeigt hat.

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Also Plan B: Vergaser& Co.werden auf kommenden Winter verschoben. Zuerst will der Karosserie-Rost eingedämmt werden – eine Arbeit, vor der ich mich ursprünglich erst mal drücken wollte :( , so lange keine Fahrt auf eine Hebebühne möglich ist.
Hier hat sich wieder gezeigt, wie flexibel man als Nicht-Fachmann bei einer Restauration sein muss. Und ich habe die Erkenntnis gewonnen, dass mir das so nicht mehr passiert. Der Profi hätte bei der Besichtigung die Einstiegsleiste entfernt (es sind glaube ich 3 Schrauben) und unter den Teppich geschaut. Trotzdem bin ich Optimist: ich mache einen Fehler nur 1 mal.
Parallel zur Rostbekämpfung möchte ich zeitnah die Bremsen richten. Es lässt sich wesentlich entspannter rangieren und auf Auffahrrampen fahren!
Für eine umfangreichere Bestandsaufnahme zum Thema Rost im Fußraum habe ich bereits Sitzbank und Teppich ausgebaut (Der etwas gammeligeTeppich hätte über kurz oder lang sowieso raus müssen)

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Die Sitzbank macht sich auch im „Wohnzimmer“, ähm ich meine im Hobbyraum recht gut.

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Zum Rangieren war der Einbau eines neuen Fahrersitzes notwendig :D .

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Raus mit dem gammelige Fasergewebe und den gummiartigen„Dachpappenstücken“.

Weiß übrigens jemand, was für Material seinerzeit unter dem Teppich verlegt wurde?

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Fortsetzung folgt....
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the Brain
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Beitrag von the Brain » 22.08.2014, 18:23

Das ist ein relativ früher ´68. Das abgerundete Kunststoff Gaspedal und die 2 farbigen Türverkleidungen sprechen dafür, Zierkram bei den Instrumenten und sowas.

Wahrscheinlich ist der Wasserkasten durchgerostet, oberhalb des Sicherungskasten die Ecke zur A-Säule und Beifahrerseite auch. Kannste erfühlen wenn du vom Kotflügel aus das Langloch Ablaufloch ertastest. Nimm die Gummimatte hinten mal auch raus. Ich hatte mal ´nen Caravan wo die Werkstatt die Schottwand einfach zugebraten hat und damit das Ablaufloch verschlossen. Der sah hintenrum genauso aus wie vorne.
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duc916
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Beitrag von duc916 » 22.08.2014, 19:43

the Brain hat geschrieben:Nimm die Gummimatte hinten mal auch raus. Ich hatte mal ´nen Caravan wo die Werkstatt die Schottwand einfach zugebraten hat und damit das Ablaufloch verschlossen. Der sah hintenrum genauso aus wie vorne.
Heute zufällig gemacht: sieht im Vergleich zu vorne sehr gut aus...

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Nur Rostansatz, keine Durchrostungen. :twisted:
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Beitrag von duc916 » 22.08.2014, 19:54

Eine Frage zur eindeutigen Identifikation des Motors:
Ich bin mir nicht sicher, um welchen Motor es sich genau handelt, 1,7 N oder 1,7 S? Die Merkmale:
Am Zylinderblock ist 17 S eingeschlagen:


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Die Motortypkennzeichnung am Zylinderkopf: Eine Rippe

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2-Loch Flansch und einfaches Auspuffrohr:


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Verbaut ist ein Opel-Vergaser, kein Solex:


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Das Ganze ist für mich nicht so recht schlüssig bzw. stimmig…
Wie viel PS hat er denn nun? 60 oder 75? Im Grunde ist es mir egal, aber ich hätte trotzdem gerne gewusst, was im Motorraum steckt.
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Beitrag von Jörg » 22.08.2014, 20:27

So wie es aussieht, ist es ein 1700S Motor mit 1700N Vergaser, Krümmer, Abgasanlage usw.
Das hast es in D nicht gegeben, soweit ich weis.
Gab es vieleicht (nur) in Frankreich? Was steht denn in den Papieren?
Gruß Jörg

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Beitrag von duc916 » 22.08.2014, 20:33

rek-c-coupe hat geschrieben:So wie es aussieht, ist es ein 1700S Motor mit 1700N Vergaser, Krümmer, Abgasanlage usw.
Das hast es in D nicht gegeben, soweit ich weis.
Gab es vieleicht (nur) in Frankreich? Was steht denn in den Papieren?
das ist das Problem...die Papiere habe ich noch nicht .....s. weiter oben...

Grüße

Uwe
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Beitrag von MichaStgtRekC » 22.08.2014, 20:44

bei dem schallschutz-kram unterm teppich würd ich gar nicht das "originale" material nehmen... da gibts heut ja geschicktere materialien, die sich nicht mit feuchtigkeit vollsaugen

und an dem punkt verringert das ja die originalität des fahrzeugs dann auch nicht, sondern ist nur verbesserung

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Beitrag von duc916 » 22.08.2014, 21:21

MichaStgtRekC hat geschrieben:bei dem schallschutz-kram unterm teppich würd ich gar nicht das "originale" material nehmen... da gibts heut ja geschicktere materialien, die sich nicht mit feuchtigkeit vollsaugen

und an dem punkt verringert das ja die originalität des fahrzeugs dann auch nicht, sondern ist nur verbesserung
Hier würde ich ausnahmsweise die Originalität in den Hintergrunde stellen...hast Du eine Idee, was verlegt werden könnte?
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Jürgen
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Beitrag von Jürgen » 22.08.2014, 21:40


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Beitrag von duc916 » 22.08.2014, 21:48

Danke! Habe wohl unter dem falschen Begriff gesucht...aber hiermit komme ich weiter!

Grüße,

Uwe
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Beitrag von duc916 » 22.08.2014, 22:04

duc916 hat geschrieben:
Verbaut ist ein Opel-Vergaser, kein Solex:


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Hat noch jemand so einen Vergaser liegen?
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Beitrag von Commodorea » 24.08.2014, 23:11

Die Sitzbank würde ich nehmen :wink:
Gruß Stefan aus H

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Beitrag von Greaser » 25.08.2014, 08:48

duc916 hat geschrieben:
rek-c-coupe hat geschrieben:So wie es aussieht, ist es ein 1700S Motor mit 1700N Vergaser, Krümmer, Abgasanlage usw.
Das hast es in D nicht gegeben, soweit ich weis.
Gab es vieleicht (nur) in Frankreich? Was steht denn in den Papieren?
das ist das Problem...die Papiere habe ich noch nicht .....s. weiter oben...

Grüße

Uwe
In der französischen Carte grise steht ohnehin fast nichts drin und schon gar keine echte Motorleistung - lediglich die "Puissance administrative nationale", also die französischen "Steuer-PS". Beim GS/E steht da in meinem Fall 14, beim 17er vermutlich 0,8 :lol:

Gruß

Michael
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Beitrag von Dennis » 26.08.2014, 20:19

Ist die durchgehende Sitzbank serie ?
Ist die so einfach einbaubar wo sonst einzelne Sitze waren ?

Finde ich nämlich sehr schick und hätte sowas auch gern im Commodore Coupé,...wenn möglich/erlaubt
-Jeder Opeltimer hat die Pflicht erhalten zu werden :)

Schaut dich jemand an und Sagt : du bist das Letzte ! dann sagst du : das Beste kommt ebend immer zum Schluss :D

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Beitrag von Jörg » 26.08.2014, 20:26

Ich glaub, die ist nicht klappbar und deshalb nicht für 2 Türer mit 4 Sitzplätzen zugelassen.
Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.
Gruß Jörg

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