Einfahröl nach Motorrevision

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fritz
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Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von fritz » 08.03.2018, 10:59

Hallo,

ich habe einen 28E-Block bohren, honen und mit neuen Übermaßkolben versehen lassen. Hauptlager und Pleuellager wurden nicht erneuert, da Laufleistung gering und kaum Verschleiß feststellbar. Zum besseren Verständnis: Es handelte sich um einen Motor aus einer Berufsschule, der offenbar in einer Art und Weise kurz und heftig gequält worden ist, daß viele Kolbenringe gebrochen waren. Den Lagern fehlte jedoch nichts.

Ich fahre normalerweise 15W-40 Öl. Welches Öl bzw. welche Viskosität empfiehlt sich zum Einfahren?

Gruß

Fritz

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Driver
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Re: Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von Driver » 08.03.2018, 13:00

Hallo Fritz,

was sagt der Motorenbauer Deines Vertrauens dazu ?

Zum Einfahren:

Von der Viscosität her würde ich auch nichts anderes nehmen, als das was später zum Einsatz kommen soll.

Ich würd auf alle Fälle nach den ersten 100-300 km einen Ölwechsel und Filterwechsel machen und den Inhalt der Auffangwanne inspizieren.

Vor allem im US Car bereich werden Einlauföle mit Zink Zusätzen (ZDDP) verwendet. Die gibts fertig oder als Zusatz für das normale Motoröl.
Da gibts auch viel Lesestoff drüber - einfach nach "Break In Oil" suchen.

Die Amis machen das Einlaufen im Stand

Ich würde auch dazu tendieren einen ZDDP Zusatz zur Erstfüllung zu geben. Bei solchen "Einlaufvorgängen werden die Motoren ohne Last bis zum Mittleren Drehzalbereich mit wechselnden Drehzahlen betrieben. Danach das Einlauföl raus und die erste Füllung Normales Öl rein.


zum Thema Öl hat wohl jeder seine eigene Meinung/Erfahrung.

Hier Meine:

Ein CIH, vor allem einer der neu Aufgebaut ist kommt bestens mit 10W40 zurecht. (Er kommt eigentlich mit allem zurecht, 15W40, 5W40 etc.)
Classic Öle sind eigentlich nur teuer und unsere CIH sind konstrukiv keine alten Motoren. Auch die Chevy V8 nicht. Diese Motoren waren ohne wesentliche Änderung an Material und Ausführung bis mitte der 80 er (V8) und bis Anfang der 90 er (CIH) im Einsatz.

Einen Motor der immer mit mineralischen Öl lief würde ich nicht mit 5W40 Vollsyntetisch befüllen, weil sich da alles mögliche an alten Ablagerungen auflöst.

Eine neuen oder sauberen Motor mit 10W40 (teilsyntetisch) zu fahren macht einfach sinn, da die diese Öle einfach mehr vorteile haben.
Auch mein V8 ohne Ventilschaftdichtungen im eigenlichen sinn hat hier keinen Ölverbrauch.

Obs nun für einen "normalen" Motor teueres 5W40 vollsynthetisch sein muss mus jeder für sich entscheiden.




Grüße

Georg
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fritz
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Re: Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von fritz » 08.03.2018, 15:43

Hallo Georg,

vielen Dank für deine Ausführungen! Der Motorenbauer und ich denken ähnlich. Kann deiner Meinung nach ein Wechsel von mineralisch zu teilsynthetisch bei einem älteren Motor zu Problemen führen?

Gruß

Fritz

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Re: Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von Driver » 08.03.2018, 16:30

Meine Motoren laufen alle auf 10W40 (V8 und R6), absolut ohne Probleme oder Ölverbrauch.

Bei einem neu Aufgebauten Motor, der innen sauber ist wirds auch keine Probleme geben.

Bei einem Motor der jahrzehnte lang mineralisch gelaufen ist wird teilsynthetisches Öl und besonders vollsynthetisches die vorhandenen Ablagerungen lösen. Wenn sich hier grössere Brösel lösen dann ist das nicht gut und kann was verstopfen.

Befor ich einen Motor auf anders Öl umstelle mache ich eine Ölschlammspülung um die Ablagerungen aufzulösen. Als ich meinen V8 bekommen habe war das Öl schwarz, nach einer Ölschlammspülung und ein paar 100km mit frischen Öl und Filter war das Öl wieder absolut schwarz. Nach einer 2ten Spülung und neuen Öl und Filter bliebs Hell, es wurde im Motor kein alter Dreck mehr angelöst.

Heute ist das Öl zwischen 2 Wechseln (3-4 tkm) max. Bernsteinfarben, dunkler wird nicht mehr.

Ein Motor, der verschlissen ist und nur noch von den Ablagerungen halbwegs dicht gehalten wird, dürfte nach so einer Behandlung allerdings siffen und der Ölverbrauch wird steigen.

Das alles ist, wie gesagt meine persönliche Vorgehensweise
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Re: Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von the Brain » 08.03.2018, 22:42

Sehe das nahezu genaus wie Georg. Als ich den 20S aufgemacht seinerzeit um die Rekord C Ölwanne bzw. einen Ventildeckel mit OPEL Logo drauf zu stecken war nichts an Ablagerungen großartig zu erkennen. Den betreibe ich mit Castrol GTX 10W-40. Den von Heiko gemachten 20E werde ich auch damit betreiben. Ölwechsel nach der Revision sicherlich früher. Eventuell bei 1.000 km oder sowas. Bei den Ölwechseln bin ich allerdings durchaus gewillt längere Intervalle zu bevorzugen. Sehe keinerlei Sinn darin Öl jede Saison zu wechseln wenn ich lediglich 4-5.000km gefahren bin. Aber auch da bin ich bei Georg, das macht jeder so wie er meint.

Im Small Block fahre ich 15W-40, weil ich den Motor noch nicht von innen gesehen habe so um mein Gewissen zu beruhigen. Die können aber auch 10er vertragen.

Einfahren lassen von Bauteilen ist teilweise ein echtes Abenteuer bei den V8, wenn Nocke und Stößel getauscht werden kommt sone Paste auf die Nocken und der Motor soll dann bei 2.500 Drehungen 30 Minuten einlaufen und sowas, sehe das öfter bei Kollegah inner Ranch wenn die sowas machen. Dann frisches Öl und ab dafür.

Früher waren die Fertigungstoleranzen wohl großzügier bzw. Öberflächen bescheidener und sowas. Ansonsten sind das einfache Eisenhaufen und sowas habe auch aktuelle Hersteller noch im Angebot wenns keine Hyperrennaggregate sind. Denn SmallBlock in der Urversion kannste immer noch kaufen, aus Mexico, den bauen die jetzte seit über 60 Jahren und haben über 100.000.000 davon gebaut. Und die aktuellen sind halt von den Toleranzen deutlich besser als seinerzeit.
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Re: Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von fritz » 10.03.2018, 11:00

Hallo Jungs,
vielen Dank für eure Statements. Sieht so aus, als sind wir hier ziemlich einer Meinung. Bei komplett sauberem Motor ist
10W-40 sicher eine Überlegung wert. Ich schiele dabei immer etwas auf den ZDDP-Gehalt: https://www.mustang-inside.de/viewtopic ... 67&t=10268 . Der Link bezieht sich allerdings wiederum auf Ami-V8er. Ich erinnere mich, daß ich in den achtziger Jahren praktisch immer SE/CC Klassifikation verwendet habe. Das war damals schon ziemlich das höchste der Gefühle. Neues muß nicht immer schlechter sein.

Grüße

Fritz

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Re: Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von Driver » 10.03.2018, 15:29

the Brain hat geschrieben:
08.03.2018, 22:42
Sehe keinerlei Sinn darin Öl jede Saison zu wechseln wenn ich lediglich 4-5.000km gefahren bin.
Da bin ich voll bei Dir, ich würd z.B. beim Diplo auch bedenkenlos 7-10 tkm aufs Öl fahren. Meine Lauflestung von 3-4 tkm erreiche ich halt alle 3 Jahre mal. Und da mach ich das Öl dann raus, egal wie wenig es gelaufen hat...

Ansonsten: Den orginalen Ölwechsel intervall von unseren Modellen von 5 tkm braucht man heutzutage nicht mehr einzuhalten. Die Senatoren hatten 15 tkm Intervall mit dem fast Identischem Motor, bei einem Fahrzeug im "Alltags" Einsatz würd ich diesen Intervall fahren. Filtermaterial und vor allem Öl hat in den letzten 40 Jahren schon deutlich an Belastbarkeit und Langlebigkeit zugelegt...
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Re: Einfahröl nach Motorrevision

Beitrag von the Brain » 10.03.2018, 17:00

Driver hat geschrieben:
10.03.2018, 15:29
Filtermaterial und vor allem Öl hat in den letzten 40 Jahren schon deutlich an Belastbarkeit und Langlebigkeit zugelegt...
So sieht das aus Man, das die Motoren so Ölschlammig von innen manchmal aussehen liegt an der Jauche die die einem für teuer Geld seinerzeit verhökert haben, von wegen das Benzin war früher besser und sowas. Lachhaft. Heute bei der Lady nach Öl gesehen, Wechsel ist 20K her. Sach ich zur Lady machen wir, sieht die mich an und fragt mich so oft muß das sein....... :lol:

Kollegah fährt sonen A1 irgendwas und lässt einmal im Jahr das Öl beim VW Fuzzi wechseln für 75 Tacken. Sach ich bring mir dein Altöl mit, fahre ich auf. Der hat mich angestarrt wie ein grünes Männchen, im Golf habe ich auf 80K einmal das Öl gewechselt und würde bedenkenlos sein HighEndSuperDuper Öl auffahren, aber wie immer jeder wie er mag.

40er Öl ist 40er Öl, ob da nun 0 oder 15 vor dem W steht ändert nichts daran das es 40er Öl ist. Und außer den sich eventuell lösenden Ablagerungen, aus der guten alten Zeit als Öl so richtig Scheiße war, wennde TeilSynt. fährst passiert sowieso nichts. Aber wer hat heutzutage noch wirklich sonen Müllhaufen auffe Motorböcke stehen?
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